Am 2. Oktober 2000 fand in St. Pölten der Impulstag "Wohnbauforschung" statt, der unter dem Thema "Flächenschonend Bauen - eine ökologische Herausforderung stand".
Das Grundthema kann wie folgt charakterisiert werden:
Der Wunsch vom "eigenen Haus" definiert sich durch eine eher vage Sehnsucht nach dem Idealbild des freistehenden Einfamilienhauses. Dennoch lässt sich ein Katalog an konkreten und immer wiederkehrenden Vorstellungen aufstellen: Ein eigener Garten, eine Terasse, eine Garage oder ein Hobbyraum, eine große Küche, Abstellräume im Keller uvm. Nimmt man den Wunsch der
Menschen nach eigenen vier Wänden ernst, müssen alle Planungen alternativer Wohnformen bei diesen Sehensüchten ansetzen und mit den individuellen Vorstellungen arbeiten, um letztlich auch das Idealbild verändern zu können.
Im Rahmen der NÖ Wohnbauforschung , dem Impulsprogramm für mehr Lebens- und Wohnqualität in Niederösterreich, beschäftigt sich dieser Impulstag u.a. mit der Frage, wie die Qualität des freistehenden Einfamilienhauses vergleichsweise mit jener von reihenhausartigen Wohnformen flächensparend und kostengünstig erreicht werden kann und
präsentiert dazu eine akutelle Studie.
Die Tagesordnung hat die folgenden Programmpunkte umfaßt:
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Dr. Gerhard Bonelli
NÖ Landesakademie, Bereich Umwelt und Energie
Begrüßung
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Liese Prokop
Landeshauptmann-Stv.
NÖ Wohnbauforschung - Impulsgeber für intelligentes Bauen
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Dipl. Ing. Siegfried Kautz
Sachgebietsleiter örtliche Raumordnung, Amt der NÖ Landesregierung
"...damit der Traum kein Alptraum wird." Das freistehende Einfamilienhaus - die teuerste Art zu wohnen
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Dr. Kurt Leitner F&E Werkstatt (Zielsetzungen, Vorgangsweise, Projektauswahl)
Dipl.Ing. Franz Kuzmich Architekt (Dokumentationsinhalt, Ergebnisse)
Bericht zur Dokumentation: Siedlungen und Siedlungsprojekte in NÖ - Alternativen zum freistehenden Einfamilienhaus
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Dipl.Ing. Dr. Sabine Pollak
ORTE architekturnetzwerk niederösterreich
Flächenschonendes Bauen in NÖ - Maßnahmen am Wohnungsmarkt, um Alternativen zu stärken
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Diskussion und Reflexion
Kurzstatements und Diskussionsbeiträge
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Dr. Georg Schörner
Zusammenfassung und Ausblick
Die folgende, umfangreiche Diskussion erbrachte die nachstehenden Ergebnisse:
Hinweis: In der Diskussion zum Impulstag erfolgte eine große Zahl von Wortmeldungen. Nachfolgend sollen die wichtigsten und aussagekräftigsten Meinungen zusammengefaßt werden. Diese werden wertfrei in der Diskussionsreihenfolge dargestellt; es wurde jedoch nicht überprüft, ob nicht auch allfällige Sachfehler der Wortmelder in einzelnen Punkten enthalten
sind.
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Jeder hat den Traum vom Eigenheim; aber kennen die Bauinteressierten die Vorteile des Gruppenwohnbaues ? (Informationsdefizit)
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Es gibt zuwenig Beispiele für wirklich guten Gruppenwohnbau in NÖ.
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Es gibt kein gezieltes Angebot für neue Formen des Wohnbaues.
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Es ist für kleinere Gruppen von Interessierten (Familien) sehr schwierig, solche Projekte zu realisieren; Förderungen bekommen nur die Genossenschaften und die sind an Kleinprojekten nicht interessiert. (Diskussionsteilnehmer erzählt seine Erfahrungen aus St. Andrä-Wördern).
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Die Nachteile des Einfamilienhauses sind durchaus bekannt, aber nicht die möglichen Wohnalternativen dazu; es gibt in NÖ keine Evaluierung der verschiedenen Wohnformen.
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Man muß beim Bewußtsein der Leute für das Wohnen ansetzen.
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Generell müssen Versuche zur Flächenverdichtung in allen Bereichen des Planens gemacht werden, nicht nur beim einzelnen Wohnbau.
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Das Instrument der Wohnbauförderung wäre zu überdenken (Lenkungsinstrument).
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Es wären überhaupt Möglichkeiten zu schaffen, das verdichtete Bauen für Individuelle leichter zu machen.
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Ein Vertreter des BMVIT berichtet von internationalen Technologieentwicklungen zum verdichteten Bauens, insbesondere auch vom Programm der Technologieentwicklung und Innovation; Energie- und Umwelttechnologie; Innovationsfonds; Projekt "Haus der Zukunft"; Arbeiten auch in diesem Themenbereich am "Forschungszentrum für Zukunftsforschung" in Sevilla und von Beispielen aus Spanien
("Dorfcharakter" von Wohnsiedlungen).
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Ein Vertreter einer gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft betonte, daß das Hauptproblem für die Realisierung die unterschiedliche Finanzierungs-geschwindigkeit ist. Ein Wohnbauträger müsse in seinen Kalkulationen alles in einer kurzen Zeit unterbringen (die Fertigstellung des Objektes inklusive Außengestaltung bis hin zum fertigen Garten) und damit wird
das Bauen scheinbar teuer, während private EFH - Errichter oft jahrelang im unverputzten Rohbau wohnen und Zaun, Gartengestaltung und dergl. Jahre später je nach vorhandenen Geldmitteln realisieren. Hier wären neue Formen der Organisation oder der Finanzierung gefragt. Er selbst habe organisierten Wohnbau für kleinere Personengruppen leider nur mit wechselnden
Erfolg durchgeführt.
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Ein Bürgermeister berichtet, daß vielfach auch unwägbare Dinge eine Rolle spielen, etwa das Problem "Kinderlärm" und daß die Leute ein "eigenes Reich" wollen (Wunsch nach Freiheit und Distanz). Die Flächenwidmung in den Gemeinden sei meistens ein "Zufallsprodukt" und das größte Problem sei eben das Eigentumsrecht. Wer nicht verkaufen will,
verkauft eben nicht und wer ein EFH bauen will, baut es im Rahmen der bestehenden Bestimmungen. Die Landesebene sei eben angesprochen, was man machen könnte, daß die Ortskerne nicht "aussterben". Selbst von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Parzellen für gekuppelte Objekte finden kaum Interessenten. Man kann niemanden "zwangsbeglücken", weil er sonst
sofort in den Nachbarort abwandert und es immer zu einer Konkurrenzsituation zwischen einzelnen Gemeinden kommt.
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Viele Kurzwortmeldungen dazu; zum Thema "Wohnen im ländlichen Raum"; das Anliegen "sterbender Ortskerne", die Frage der "Kostentransparenz" und Beispiele aus Bayern und Südtirol (insbesondere über die Härte in Südtirol gegen "Baulandhortung" und erlaubte Quoten für die Realisierung von EFH).
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Die "Dorf- und Stadterneuerung" berichtet von Bewußtseinsbildungsaktionen in Schulen, um neue Generationen mit der Problematik vertraut zu machen.